Plausibel - 08.04.2022

[F1] Böhmenkirch, BW


Maximale Intensität

F1 T2 (117–148km/h)

Datum & Uhrzeit

08.04.2022 | 19:17 MESZ

Tote/Verletzte

0/0

Betroffener Bereich

≥1.5km lang

~180m breit (max.)

W-O

Betroffene Orte

Böhmenkirch




Erste Schäden finden sich im Bereich der Beethovenstraße und Wagnerstraße am östlichen Ortsausgang von Böhmenkirch. Hier wurden teils große Äste abgeknickt. Mindestens zwei Bäume wurden entwurzelt (s. Bild 1-2). Von einigen Dächern entlang der Wagnerstraße und Mozartstraße wurden einzelne Ziegel abgedeckt oder gelockert (s. Bild 4). 

(Bild 1-4 - ©tornadomap.org)

Weiter östlich wurden in der Schubartstraße mindestens sieben Dächer beschädigt (s. Bild 5-7). Die Intensität der Schäden bleibt hierbei relativ gering. Zwischen Schubartstraße und Kirchstraße wurden am rechten Rand der Schneise einige Fichten entwurzelt und abgeknickt (s. Bild 8-9).

(Bild 5-9 - ©tornadomap.org)


In der Kirchstraße wurde eine Baustelle verwüstet: Ein Stapel verpackter Dämmplatten ist umgestürzt; Bauzäune wurden zu Boden gedrückt und deren Metallgestell teils verbogen. Einige Dächer im unmittelbaren Bereich wurden ebenfalls beschädigt (s. Bild 10-15).

(Bild 10-11: Umgestürzte Dämmplatten mit teils beschädigten Dächern im Hintergrund; Bild 12: Verbogener Bauzaun - ©tornadomap.org)

(Bild 14-15: Beschädigte Dächer in der Kirchstraße - ©tornadomap.org)

Auf der Südseite der Silcherstraße wurden die Dächer aller sich hier befindenden Wohngebäude teils flächig abgedeckt (s. Bild 16-18). Auf der Nordseite gab es einige Sach- und Vegetationsschäden - zum Zeitpunkt der Vorortdokumentation liefen hier jedoch bereits Aufräumarbeiten. Im darauffolgenden Ulmer Weg wurden ebenfalls einige Dächer leicht beschädigt.

(Bild 16-18: Beschädigte Dächer in der Silcherstraße - ©tornadomap.org)


In der Gartenstraße wurde ein Dachfirst abgedeckt (s. Bild 19) und mehrere Bäume gebrochen (s. Bild 20-21). Im Lerchweg wurde ein Metallgartenzaun umgebogen und versperrte Teile des Gehwegs (s. Bild 22). Auf selber Höhe weiter nördlich wurden in der Blumenstraße von mindestens einem Dach einzelne Ziegel abgedeckt und ein Garten verwüstet. Ein kleiner Bauzaun lag hier ebenfalls auf der Straße.

(Bild 19-22 - ©tornadomap.org)


Im Bereich zwischen Breiter Weg und Finkenweg wurden mehrere Dächer teils flächig abgedeckt und Bäume entwurzelt oder abgeknickt. Ein Gewächshaus wurde komplett zerstört und dessen Trümmerteile laut der glaubwürdigen Schilderung eines Zeugens rund 20 Meter weit auf die gegenüberliegenden Straßenseite verfrachtet (entgegengesetzt zur Zugrichtung). Mehrere kleine Schuppen im Bereich wurden ebenfalls beschädigt. 

(Bild 26-34: Schäden im Bereich - ©tornadomap.org)



Im Finken- und Meisenweg kam es ebenfalls zu erheblicheren Sach- und Vegetationsschäden. Ein mit Erdhülsen gesichertes Trampolin wurde aus einem Garten rund 50 Meter weit in eine Baumkrone verfrachtet (Richtung OSO) und zerstört (s. Bild 32-34).  Ein Baum wurde entwurzelt (Richtung NNO) und große Äste wurden abgebrochen (s. Bild 35-36).

(Bild 32-36 - ©tornadomap.org)

Im Bereich wurden außerdem einige Gärten verwüstet und ein Gewächshaus zerstört (s. Bild 37-39). Mehrere Dächer der umliegenden Gebäude wurden teilweise abgedeckt (s. Bild 40).

(Bild 37-39 - ©Oliver Riek Bild 40 - ©tornadomap.org)



Leichte Dachschäden setzen sich in den Straßen Amselweg, Drosselweg und Poststraße fort. Bei vielen der betroffenen Dächer in den genannten Straßen wurden nur einzelne Ziegel abgedeckt oder gelockert (s. Bild 41-43). Insgesamt wurden entlang der gesamten Schneise mindestens 40 Dächer beschädigt. 

(Bild 41-43 - ©tornadomap.org)


Am rechten Rand der Schneise wurde ein Straßenschild in der Poststraße in Richtung Südosten zu Boden gedrückt. Am Rohrpfosten konnten keine Lackspuren oder Dellen festgestellt werden. Ob es sich hierbei tatsächlich um Starkwindschäden handelt ist nicht ganz klar. Einige Meter dahinter wurde eine kleine Laterne in die entgegengesetzte Richtung geneigt.
(s. Bild 44-45 - 
©tornadomap.org



An der Straße "Höltel" wurden zunächst zwei Bäume entwurzelt (s. Bild 46). Kurz darauf kam es zu leichten Schäden an einer landwirtschaftlichen Halle, von deren Dach einige Eternitplatten abgedeckt wurden (s. Bild 47).  Eternitplatten-Trümmer wurden bis zu über 50 Meter weit in Richtung Nordnordosten bis Nordwesten verfrachtet und steckten teilweise im Boden (s. Bild 48). An der Halle wurde ein weiterer Baum abgeknickt (s. Bild 49).

(Bild 46-49 - ©tornadomap.org)

Die letzten bekannten Auswirkungen des Falles ereigneten sich rund 150 Meter östlich der Halle an einer Baumreihe. Hier wurden mehrere starke Äste gebrochen und ein Baum in Richtung Nordnordosten entwurzelt (s. Bild 50-51).  Hier endet die zum jetzigen Zeitpunkt nachweisbare Schadensschneise. Die Waldstücke östlich und westlich von Böhmenkirch wurden nicht auf Schäden untersucht.

(Bild 50-51 - ©tornadomap.org)


Radarbilder

(Bild 52-53: Gewitterlinie mit kompakten Rotationsmerkmalen westlich von Böhmenkirch (weißer Punkt) kurz bevor die Schäden entstanden - ©Bram van't Veen / NLradar)


Bilder zur Verfügung gestellt von

Oliver Riek &
Bram van't Veen

Vorortdokumentation durch 
H. Sass (tornadomap.org)


Zum Fall in der Tornadoliste

 

Kartenhintergrund ©Google

Ausarbeitung ©tornadomap.org

 

Kontakt

Tornadomap.org

Kartierungen und Analysen zu deutschen Tornadofällen. 

Created my free logo at LogoMakr.com

Spenden

Mit Ihrer Unterstützung ist es uns auch in Zukunft möglich, unsere Arbeit aufrechtzuerhalten und auszuweiten. 

Bitte aufgrund anfallender Gebühren keine Spenden unter 1.00€.