Bestätigt - 20.05.2022

[F1] Lütmarsen, NW


Maximale Intensität

F1 T3 (149–184km/h)

Datum & Uhrzeit

20.05.2022 | ~18:00 MESZ

Tote/Verletzte

0/2

Betroffener Bereich

≥8.0km lang

~340m breit (max.)

WSW-ONO

Betroffene Orte
Ovenhausen, Lütmarsen, N Höxter




(Video 1: Video des Tornados - ©Frank Schlesier | Bild 1-3: Standbilder aus dem Video - ©Frank Schlesier)


Der Tornado entstand vermutlich westlich von Ovenhausen und sorgte kurz darauf für erste erhebliche Schäden im Bereich einer Kapelle an der Hauptstraße am westlichen Ortsausgang von Ovenhausen (51.776, 9.289), wo mehrere Bäume und Teile des Kapellendaches beschädigt wurden (s. Bild 4 - Weiteres Bild der Schäden (Facebook)).  Am gegenüberliegenden Grube Stadion entwurzelte der Tornado mehrere Bäume und brach große Äste ab (s. Bild 5). Durch einen herabfallenden Baum wurden zwei Fahrzeuge beschädigt.

(Bild 4-5 - ©Jürgen Drüke)




Entlang der Hauptstraße in Ovenhausen beschädigte der Tornado mehrere Dächer (bis ~ 25-50% abgedeckt), entwurzelte Bäume und brach große Äste ab. Besonders schwer traf es Gebäude zwischen der Haupt- und Jätzerstraße, deren Dächer oft flächig abgedeckt wurden (51.779, 9.302 - s. Bild 6-8).

(Bild 6-7 - ©Thomas Kube | Bild 8 - ©Jürgen Drüke)



Am östlichen Ortsausgang von Ovenhausen kam es zu Schäden in einem Gewerbegebiet an der L755 (51.782, 9.310). In der Werkstraße deckte der Tornado u. a. ein Dach zusammen mit Teilen des Dachstuhls komplett ab (s. Bild 9). Durch umherfliegende Dachteile kam es zu weiteren Sachschäden.  Mehrere Bäume im Gebiet wurden entwurzelt oder abgeknickt (am nördlichen Rand in Richtung Süden, am südlichen Rand, ca. 110 Meter entfernt, Richtung Norden bis Nordosten - s. Bild 9-10). Südlich der L755 zwischen Ovenhausen und Lütmarsen kam es zu weiteren Vegetationsschäden. 

(Bild 9 - ©Thomas Kube | Bild 10 - ©Jürgen Drüke)


(Übersicht zur Tornadoschneise in Lütmarsen | Icons = Schadenspunkte; Gelbe Pfeile = Fallrichtungen der Bäume im Bereich)

Am westlichen Ortsausgang von Lütmarsen wurden dutzende Laubbäume abgeknickt, entwurzelt oder zu großen Teilen ihrer Baumkrone beraubt (51.785, 9.337). Einige Dächer im Bereich wurden zu Teilen abgedeckt (bis ~ 25%).  Entlang der "Grube" fand sich eine Baumreihe mit vielen großen Laubbäumen, die nahezu alle entwurzelt oder abgeknickt wurden. Die einzelnen Bäume, die stehen blieben, verloren oftmals große Teile ihres Astwerks (s. Bild 11-12 - Zum vergrößern klicken). Laufaufnahme des Bereichs eine Woche vor dem Tornado (YouTube).


(Bild 11-12 - ©Thomas Kube)



Der Tornado traf direkt auf die Bollerbachstation (Sportplatz) am Wiesengrund (51.786, 9.339), wo es zu teils erheblichen Sach- und Vegetationsschäden kam. Zahlreiche Bäume wurden entwurzelt oder abgeknickt; Ein Fußballtorgestell und Metallzäune wurden verbogen (s. Bild 13-14). Nördlich des Wiesengrunds fiel ein großer Baum am äußersten linken Rand der Schneise auf ein Hausdach und beschädigte dies schwer - Bild der Schäden (NW.de).

(Bild 13-14 - ©Jürgen Drüke)



Entlang des Wiesengrunds bis zur Gabelung mit der Heidestraße wurden auf 150 Metern alle Dächer auf beiden Straßenseiten teils komplett abgedeckt. Bäume wurden entwurzelt oder abgeknickt; Große Äste landetet Teils auf Hausdächern oder versperrten die Straße. Umherfliegende Trümmer sorgten für Schäden an Autos, Fassaden und Fensterscheiben. 

(Bild 15-16 - ©Thomas Kube | Bild 17 - ©Jürgen Drüke | Bild 18 - ©F.W.Klocke & Söhne GmbH & CO. KG)



In der angrenzenden Heide- und Kirchstraße beschädigte der Tornado über 20 weitere Hausdächer teils erheblich (bis ~ 75% abgedeckt - s. Bild 19-20). Die Schäden auf dieser Höhe ziehen sich mit einer augenscheinlichen Unterbrechung im mittleren Teil der Kirchstraße, wo keine erkennbaren Schäden entstanden, bis in den Bereich der Kreuzung Kirchstraße / Lütmarser Tal / Beberstraße, wo einige Dächer beschädigt wurden (bis ~ 25% abgedeckt - s. Bild 21). Der betroffene Bereich ist hier demnach mindestens 340 Meter breit

(Bild 19-21 - ©Thomas Kube)

Im Waldgebiet nördlich der Heidestraße wurden zahlreiche Laub- und Nadelbäume entwurzelt oder abgeknickt (51.787, 9.342). Besonders gut zu erkennen ist hier ein typisch halbkreisförmiges Fallmuster (s. Bild 22-23). Der Tornado zog weiter über offenes Feld am Lamfert, wo es punktuell zu weiteren, meist leicht bis mäßigen Sach- und Vegetationsschäden kam. 

(Bild 22-23 - ©Thomas Kube)


In der Pionierstraße nördlich von Höxter (51.791, 9.361) deckte der Tornado ein Blechdach teilweise ab (s. Bild 24) und verfrachtete Dachteile wenige hundert Meter weit über die B239. An der Brenkhäuser Straße (51.792, 9.366) wurde eine Holzscheune komplett zerstört (s. Bild 25). Meist mäßige Vegetationsschäden (abgebrochene, teils große Äste) ziehen sich mindestens bis an die "Lange Wiese".  

(Bild 24-25 - ©Thomas Kube)

Der inzwischen vermutlich deutlich abgeschwächte Tornado zog daraufhin über den angrenzenden Rauschenberg, wo augenscheinlich keine flächigen Schäden mehr entstanden. Videos zeigen den Tornado mit Bodenkontakt im Bereich. Video des Tornados direkt auf dem Rauschenberg (YouTube) | Video des Tornados am östlichen Hang des Berges (Twitter) - Kurz darauf löste sich der Tornado vermutlich auf. 


Bilder und Videos zur Verfügung gestellt von

Thomas Kube, 
Jürgen Drüke,
Frank Schlesier,
F.W.Klocke & Söhne GmbH & CO. KG

Zum Fall in der Tornadoliste

 

Kartenhintergrund ©Google

Ausarbeitung ©tornadomap.org

 

Kontakt

Tornadomap.org

Kartierungen und Analysen zu deutschen Tornadofällen. 

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