Bestätigt - 17.11.2022

[F2] Urexweiler, SL


Maximale Intensität

F2 T4 (185–220km/h) - Vorläufig

Datum & Uhrzeit

17.11.2022 | 14:45 MEZ

Tote/Verletzte

0/0

Betroffener Bereich

≥10.9km lang

~370m breit (max.) / ⌀ ~150m breit

WSW - ONO

Betroffene Orte
Dirmingen, Urexweiler, Remmesweiler, Niederlinxweiler




Der Tornado entstand vermutlich zwischen Eppelborn und Dirmingen. In Eppelborn kam es punktuell zu Sturmschäden (beispielswiese im Bereich Schloss Buseck), die sich jedoch bislang nicht klar auf den Tornado zurückzuführen sind. Erste bekannte Auswirkungen durch den Tornado finden sich in einem Waldstück westlich der A1 bei Dermingen (49.410, 7.005), wo dutzende Bäume umstürzten (s. Bild 1). 

(Bild 1 - ©Marcel Herber)

In einem Waldstück an der A1 kam es unter anderem zu einer sehr schmalen, nur wenige Meter breiten Schneise, in der zahlreiche Bäume abknickten (s. Bild 2). Abseits dieser Schneise stürzten nur punktuell weitere Bäume um (s. Bild 3). Möglicherweise wurden die Schäden hier durch mehrere Teilwirbel unterschiedlicher Intensität hervorgerufen. Im Waldgebiet zwischen der Wald- und Humeser Straße kam es zu weiteren Schäden.

(Bild 1 - ©Marcel Herber | Bild 2-3 - ©Feuerwehr Eppelborn)



In Dirmingen kreuzte der Tornado zunächst die Illinger Straße (49.412, 7.015), wo innerhalb eines schmalen Korridors große Äste abbrachen und auf die Straße stürzten; Ein Holzmast wurde abgeknickt (s. Bild 4-6). Von hier aus zieht sich eine zentralen Schneise durch die die Straßen "Im Loß" und "Am Steinbruch" bis in den Bereich westlich des ehemaligen Munitionsdepots (49.416, 7.030). Abseits dieser zentralen Schneise kam es punktuell immer wieder zu meist leichten bis mäßigen Vegetationsschäden, so stürzten beispielsweise am Sportplatz an der "Ziegelhütte" Bäume um. Da es sich um einen Multivortex-Tornado handelte, sind Teilwirbel eine mögliche Erklärung für dieses Schadensbild. Aus dem darauffolgenden (komplett beforsteten) Bereich bis Urexweiler ist nichts genaueres bekannt.

(Bild 4-6 - ©Feuerwehr Eppelborn)


(Übersicht zur Tornadoschneise in Lütmarsen | Icons = bekannte Schadensorte; Gelbe Pfeile = Fallrichtungen der Bäume im Bereich)

In Urexweiler kam es zunächst zu erheblichen Schäden in einem Buchenwald westlich der Illinger Straße (49.421, 7.073), wo zahlreiche Bäume umstürzten und beschädigt wurden (s. Bild 7-9). In der Illinger Straße deckte der Tornado auf einer Breite von ungefähr 150 Metern alle Dächer zu Teilen ab (bis ~25% - s. Bild 8-9). In dem darauffolgenden Bereich zwischen Illinger Straße und Grubenstraße wurden flächig Bäume abgeknickt oder entwurzelt (hauptsächlich Richtung Norden). 

(Bild 7-9 - ©Lukas Becker / Feuerwehr St. Wendel)



(Bild 10 - ©Lukas Becker / Feuerwehr St. Wendel)

In der Grubenstraße (49.423, 7.077) beschädigte der Tornado mehrere Hausdächer teils erheblich (s. Bild 12). Zwei Dächer verloren dabei Teile des Dachstuhls (s. Bild 10-11).  Fenster von Häusern und Fahrzeugen wurden durch umherfliegende Trümmer zerschlagen; Ein Carport wurde zerstört.  "An d. Alten Mühle" wurde ein Strommast beschädigt (s. Bild 13). Noch ausgeprägter wie zuvor in Dirmingen gibt es neben einer zentralen Schneise auch abseits immer wieder Schäden, die vermutlich auf Teilwirbel zurückzuführen sind (s. Übersicht). Berücksichtigt man auch diese Schäden ist der betroffene Bereich hier mindestens 370 Meter breit.

(Bild 11-13 - ©Lukas Becker / Feuerwehr St. Wendel)


(Bild 14 - ©Lukas Becker / Feuerwehr St. Wendel)

Östlich der Grubenstraße (49.423, 7.078) kam es zu schweren Vegetationsschäden in einem kleinen Waldgebiet: Dutzende Laub- und Nadelbäume wurden entwurzelt oder teils knapp über dem Boden abgeknickt (s. Bild 15-16). Ein Video zeigt, wie der Tornado im Bereich einen schmalen und sehr schnell ziehenden Wirbel ausbildet, der Zahlreiche Bäume umreißt - Video (@0:22) - Twitter

(Bild 15-16 - ©Florian Blaes / news-trier.de)



Flächige Vegetationsschäden (entwurzelte und abgeknickte Laub- und Nadelbäume) ziehen sich entlang des gesamten Hammersbergbaches östlich der Grubenstraße (49.424, 7.079). In einem Waldgebiet südlich des Baches (49.423, 7.082) wurden zahlreiche Bäume abgeknickt und entwurzelt (s. Bild 17). Zu flächigen Schäden kam es auf einer Breite von ungefähr 200 Metern. Fallrichtungen zeigen eine deutliche Konvergenz im Bereich (s. Übersicht). 

(Bild 17 - ©Florian Blaes / news-trier.de)


An der L130 vor Remmesweiler (49.427, 7.105) kam es zunächst zu flächigen Schäden in einem Mischwaldgebiet. Hier wurde auf einer Breite von fast 200 Metern eine Vielzahl von Bäumen entwurzelt und abgeknickt (s. Bild 18-19). Auch nördlich der L130 kamen punktuell Bäume zu Fall. 

(Bild 18-19 - ©Florian Blaes / news-trier.de)



Östlich des betroffenen Waldstückes kam es direkt an der L130 (49.428, 7.110) nochmals zu erheblichen Schäden: Innerhalb eines schmalen Bereichs wurden hier zahlreiche (Laub-)Bäume direkt an der Straße abgeknickt, entwurzelt oder schwer beschädigt (s. Bild 20-21). Im nördlich angrenzenden Waldgebiet kamen ebenfalls Bäume zu Fall (s. Bild 22). Über Schäden auf den darauffolgenden Kilometern bis an die B41, wo die letzten bekannten Auswirkungen auftraten, ist nichts bekannt.

(Bild 20-22 - ©Feuerwehr St. Wendel)


Die letzten bekannten Auswirkungen durch den Tornado entstanden in einem Waldgebiet an der B41 bei Niederlinxweiler ("Zur Hackwies"). Innerhalb einer knapp 100 Meter breiten Schneise wurden hier zahlreiche Bäume entwurzelt und abgeknickt. Umgestürzte Bäume versperrten Teile der Fahrbahn. Über mögliche weitere Auswirkungen ist bislang nichts bekannt.

(Bild 23 - ©Feuerwehr St. Wendel)


Bilder und Videos zur Verfügung gestellt von

Lukas Becker,
Florian Blaes / news-trier.de,
Feuerwehr St. Wendel,
Feuerwehr Eppelborn


Zum Fall in der Tornadoliste

 

Kartenhintergrund ©Google

Ausarbeitung ©tornadomap.org

 

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